Ueli Stucki/ Der Freie Keglerverband Berner Oberland (FKVBO) hat das Verbandsjahr 2021 abgeschlossen und die besten Kegelklubs und Einzelkegelnden des Jahres gewürdigt. Die Rangverkündigung fand Ende November im Rahmen des traditionellen Absendens in Heimberg statt. Die Region Thun feierte drei Jahressiege: Der Kegelklub Harder aus Heimberg ging als Spitzenreiter bei den A-Kegelklubs hervor. Bäre aus Süderen holte den Jahressieg in der Kategorie B. Franziska Steudler-Feller aus Thun schloss das Jahr als beste Einzelkeglerin der Kategorie C ab.
Mit dem Absenden Ende November hat der Freie Keglerverband Berner Oberland (FKVBO) das Verbandsjahr 2021 beendet. Den Höhepunkt des feierlichen Anlasses in der Aula Heimberg bildete die Würdigung der leistungsstärksten Kegelklubs und Einzelkämpfenden in diesem Jahr. Drei Jahressieger stammten aus der Region Thun: der A-Kegelklub Harder aus Heimberg, der B-Kegelklub Bäre aus Süderen und die C-Einzelkeglerin Franziska Steudler-Feller aus Thun.

«Wir gehen an den Start, um zu gewinnen»

Mehrere Jahre nacheinander machte Harder aus Heimberg seinem Ruf als Dauergewinner bei den FKVBO-Meisterschaften alle Ehre. Bis er letztes Jahr von den Berner River Boys vom Siegerpodest verdrängt wurde. Aber nun ist Harder zurück an der Spitze. Mit einem Jahrestotal von 5759.80 Holz wurde er als absoluter Klubsieger des Jahres 2021 ausgezeichnet. Was macht den Berner Oberländer Kegelklub so stark? «Wir ergänzen uns nicht nur kameradschaftlich hervorragend, sondern auch beim Kegeln», schilderte der Klubpräsident Max Lustenberger aus Luzern. «Wir sind ein Winner-Team, gehen an den Start, um zu siegen. Insbesondere die Meisterschaften des Unterverbandes Berner Oberland wollen wir stets gewinnen!»

«Für einen Spitzenklub ist es wichtig, geschlossen zu kegeln»

Nicht allein im Berner Oberland, auch schweizweit zählt Harder seit vielen Jahren zu den Favoriten. Auch bei nationalen Meisterschaften strebe der Heimberger Kegelklub nach dem Sieg, so Lustenberger. Zum Beispiel nach dem Schweizer Meistertitel. Oder nach dem Schweizer Klubcupsieg. Welche Zutaten ausser dem starken Willen zum Sieg machen Harders Erfolgsrezept aus? «Viel Kegeln, und das auf möglichst verschiedenen Kegelbahnen», verriet Lustenberger. «Und Konzentrationstraining.» Bei einem Spitzenklub sei es überdies wichtig, geschlossen an einer Meisterschaft zu kegeln. So könnten sich die Klubmitglieder gegenseitig korrigieren und motivieren. Eine klubinterne Startreihenfolge könne psychologisch manchmal sehr bedeutsam sein. «Ein weiteres Erfolgsrezept ist immer die Kameradschaft und dass alle allen ein sehr gutes Resultat gönnen.»

Sportliche Herausforderung auch für junge Leute

Max Lustenberger ist mit dem Kegelsport gross geworden. Die Genauigkeit, die hohe Konzentration und die Kameradschaft haben ihn schon immer fasziniert. «Eine Kugel präzise und mit Gefühl zu spielen und dann alle neun Kegel zu treffen, ist für mich eine spannende Herausforderung. Genau deshalb empfehle ich diese Sportart auch jungen Menschen. Man kann sie jederzeit mit Freunden und Kameraden leben. Ehrgeiz, Freude und Kollegialität sind in einem Kegelklub oder im Kegelsport vereint.»

Alpenrose und Sporting im zweiten und dritten Rang

Ebenfalls nennenswerte Resultate erreichten die A-Kegelklubs Alpenrose aus Zweisimmen und Sporting aus Heimberg. Alpenrose platzierte sich mit 5691.80 Holz dicht hinter dem absoluten Jahressieger. Dem Simmentaler Kegelklub folgte Sporting mit 5435.60 Holz.

Konzentration, Genauigkeit und Zusammenhalt verhalfen Bäre zum Jahressieg  

Bäre aus Süderen behauptete sich mit 5559.20 Holz gegen seinen einzigen Konkurrenten Wandersee aus Innertkirchen. «Mit einem Jahressieg haben wir nicht gerechnet», so die Präsidentin Nelly Zimmermann aus Seftigen. «Umso grösser ist unsere Freude.» Ihren Erfolg erklärten die Bäre-Mitglieder so: «Wir konzentrieren uns auf den gleichen Stand und die genaue Wurfabgabe, und die Kegler helfen einander gegenseitig. Ausschlaggebend ist auch, dass die einzelnen Klubmitglieder auf einem ähnlich hohen Niveau kegeln. Wir haben zwar keine ganz hohen, aber auch keine ganz tiefen Resultate.» Ziel des Klubs sei es, den erreichten Siegertitel zu verteidigen und weiterhin Spass am Kegeln zu haben. «Kegeln ist eine Disziplin der Konzentration, sowohl im Team als auch als Einzelsport. Das macht die Sportart attraktiv.»

Wandersee wurde zwar von Bäre geschlagen, zeigte jedoch mit 5461.80 Holz ebenfalls ein gutes Gesamtresultat.

Enzian als einziger C-Kegelklub gewürdigt

Ihr eiserner Durchhaltewille hatte sich für die Mitglieder des Kegelklubs Enzian aus Frutigen gelohnt. Mit einem Gesamtresultat von 5251 Holz wurde der Klub als einziger Berner Oberländer C-Kegelklub gewürdigt.

Eigenschaften der Bahnen kennen

Den absoluten Einzelsieg 2021 verbuchte Marcel Steiner aus Goldswil bei Interlaken mit 5908 Holz. «Ich konnte mit meinem diesjährigen Jahressieg denjenigen von 2019 bestätigen», freute sich der Talentkegler. Was ihm zeige, dass er auf einem konstant hohen Niveau kegle. «Jede Bahn und ihre Kugeln haben spezielle Eigenschaften. Kennt man diese, kann man sich darauf einstellen und ist vom ersten Wurf an bereit.» Steiner will versuchen, in einem Jahr den dritten Meistertitel in Serie zu gewinnen – sofern keine Einschränkungen wegen Corona gesprochen werden. Steiner sieht im Kegelsport ein Stück Heimat, ein Stück Tradition. Aber auch einen mentalen Sport, für den es regelmässig zu trainieren gelte. «Ohne Fleiss kein Preis!»

Steiner auf dem Fuss folgte Fridolin Wicki aus Emmenbrücke mit 5886 Holz. Seine langjährige Erfahrung und regelmässige Teilnahme an den Meisterschaften verhalfen dem Talentkegler zu diesem Resultat. Sein Erfolgsrezept: gute Kondition und Ruhe bewahren! Drittbester A-Kegler 2021 war Markus Trüssel aus Thun mit 5827 Holz.

«Übung macht den Meister»

Den B-Jahressieg bei den FKVBO-Meisterschaften sicherte sich Ernst Hauswirth aus Zweisimmen mit 5642 Holz. «Ich versuchte, guten Keglern während eines Wettkampfes deren Technik abzuschauen», berichtete er. Doch bald einmal habe er gemerkt, dass die Technik bei allen Keglerinnen und Keglern unterschiedlich sei. Hauswirth empfiehlt daher, einzelne Technik-Teile von verschiedenen Vorbildern abzuschauen und diese in den Ablauf der eigenen Schussabgabe einzubauen. Dieses Unterfangen brauche allerdings Zeit, Training und vor allem Wettkämpfe, um letztlich von Erfolg gekrönt zu sein, denn: «Übung macht den Meister». Dass Hauswirth seinen Sieg vom Vorjahr habe wiederholen können, verdanke er der Tatsache, dass es wegen der Pandemieregeln momentan keine Auf- und Abstiege gegeben habe. Seinerzeit habe er mit dem Kegeln angefangen, als Ersatz und Belohnung, es geschafft zu haben, das Rauchen aufzugeben. «Damals in den Neunzigerjahren war beides etwa gleich teuer. Heute jedoch kostet das Rauchen eindeutig mehr.» Daher empfehle er jungen Leuten das Kegeln, nicht zuletzt deren Gesundheit zuliebe!

Den zweiten Rang belegte Theo Perrot aus Steffisburg mit 5588 Holz. Perrot auf dem Fuss folgte Andrea Thomi aus Latterbach mit 5539 Holz.

Franziska Steudlers Jahressieg verhalf ihr zum Aufstieg

Franziska Steudler-Feller aus Thun ging mit insgesamt 5309 Holz als Jahressiegerin der Kategorie C hervor. «Dieser Sieg bedeutet für mich noch mehr Motivation und den Aufstieg in die Kategorie B», freute sich die Talentkeglerin. Es brauche ein feines Händchen, aber auch ein bisschen Glück. Die Zutaten ihres Erfolgsrezeptes? Gelassenheit, einen freien Kopf und mentale Stärke. Aber auch Kampfgeist. «Es "fägt", gegen andere Kegelsportlerinnen und Kegelsportler um die vorderen Ränge zu kämpfen. Und auch die Kollegschaft kommt nicht zu kurz.»

Auch Thomas Gammenthaler aus Gurzelen zeigte sich erfreut über seinen Rang. Mit 5302 Holz verpasste er den Jahressieg hauchdünn. «Ich habe nicht damit gerechnet, Zweiter zu werden», meinte er. «Es ist eine Bestätigung meiner Resultate während des Jahres.»

Im dritten Rang positionierte sich Beat Halter aus Lungern mit 5266 Holz. Mit diesem Resultat habe er nicht gerechnet. «Im vergangenen Winter erhielt ich ein neues Kniegelenk und musste damit einen Neuanfang machen. Umso erfreuter war ich über mein Resultat.» Halter wünscht sich für 2022, dass es möglich sein werde, das volle Programm ohne Einschränkungen kegeln zu können. Sein Ziel ist es, ganz vorne dabei zu sein und den Aufstieg in die Kategorie B zu schaffen.

Herzlichen Glückwunsch zu den hervorragenden Leistungen während des Verbandsjahres 2021!

Rangliste Jahresbeste bei den FKVBO-Jahresmeisterschaften 2021

Jahresbeste Kegelklubs

Kategorie A: 1. KK Harder, Heimberg (5759.80 Holz/1526 Neuner); 2. KK Alpenrose, Zweisimmen (5691.80/1425); 3. KK Sporting, Heimberg (5435.60/1198), letzte Auszeichnung.

Kategorie B: 1. KK Bäre, Süderen (5559.20 Holz/1236 Neuner); 2. KK Wandersee, Innertkirchen (5461.80/1170).

Kategorie C: 1. KK Enzian, Frutigen (5251.00 Holz/842 Neuner), nahm als einziger Kegelklub regelmässig an den Meisterschaften teil.

Jahresbeste Einzelkegelnde

Kategorie A: 1. Steiner Marcel, Goldswil b. Interlaken, KK Seeteufel, Goldswil b. Interlaken (5908 Holz/354 Neuner); 2. Wicki Fridolin, Emmenbrücke, KK River Boys, Bern (5886/336); 3. Trüssel Markus, Thun, KK Drei Tannen, Olten (5827/347).

Kategorie B: 1. Hauswirth Ernst, Zweisimmen, KK Alpenrose, Zweisimmen (5642 Holz/238 Neuner); 2. Perrot Theo, Steffisburg, KK Sporting, Heimberg (5588/269); 3. Thomi Andrea, Latterbach (5539/230).

Kategorie C (15 Teilnehmende): 1. Steudler-Feller Franziska, Thun, KK Steinbock, Wilderswil (5309 Holz/190 Neuner); 2. Gammenthaler Thomas, Gurzelen, KK Bäre, Süderen (5302/173); 3. Halter Beat, Lungern, KK Wandersee, Innertkirchen (5266/196).